Groß war das Interesse der Volmetaler an den Geschichten des Kierspers Herbert Knabe, der Eheleute Anja und Guido Kussek, Pastors Gregor Myrdas und der Chorleiterin Sofia Wawerla beim letzten Jour fixe in der Meinerzhagener Stadthalle, zu dem KuK eingeladen hatte. 

  Die musikalische Einstimmung übernahm die Kiersper Band Six4Jazz mit ihrer Sängerin Eike Sten. Herbert Knabe war der erste Gast, der seine Geschichte des Beginnens und Gelingens vortrug. Unterhaltsam schilderte er, wie sein Vater ihn in die Firma steckte, er dort eine Ausbildung machte, obwohl er viel lieber weiter zur Schule gegangen wäre. Später übernahm er sogar eine kleine Werkstatt in Kierspe, auch ohne die nötige Fachausbildung. Er erinnerte an die Nachkriegsjahre, das beengte Wohnen einer Familie mit sieben Kindern und den Ausgaben von etwas über 800 Deutsche Mark, die seine Eltern für die neunköpfige Familie zur Verfügung hatten. Anja und Guido Kussek erzählten nicht von ihrem persönlichen Leben, ihr Schwerpunkt war die Palliativmedizin mit ihrem Dienst im südlichen Märkischen Kreis. 435 Menschen hat der „Palliativmedizinische Konsiliardienst Lüdenscheid-Olpe“  im letzten Jahr begleitet und Anja Kussek konnte über Begebenheiten aus ihrem Berufsalltag erzählen, die auch sie als Krankenschwester zu Tränen rührten. Einen anderen Lebensweg beschrieb Pastor Gregor Myrda aus Kierspe. 1960 in Oberschlesien geboren lebte er in einem Land, in dem Deutsch sprechen verboten war. Bereits in Polen wollte er Priester werden, doch nachdem er zwei Wochen dort auf einem Priesterseminar war, meldete er sich wieder ab. 1981 flüchtete er aus Polen. Er kam über Umwegen nach Dortmund, besuchte einen Sprachkurs und wurde Kellner bei der Bundesbahn. Nach dieser Zeit arbeitete er als Barkeeper in einem Tanzlokal und in weiteren Lokalen. Priester werden wollte er immer noch. Er bewarb sich in Paderborn, wurde abgelehnt und so erlernte er den Beruf eines Drehers, heute Zerspannungsmechanikers. „Ich habe nie gedacht, dass ich die Ausbildung zu Ende machen würde, doch ich habe schon mal angefangen.“ Des Weiteren holte er in Dortmund seine Hochschulreife nach. Einen zweiten Anlauf machte er beim Bistum Essen. „Heute bin ich froh, dass mich das konservative Paderborn nicht genommen hat“, gestand er. Gregor Myrda studierte in Bochum Theologie. Für die erste Teilprüfung brauchte er Latein und Altgriechisch, beide Sprachen beherrschte er nicht und erlernte sie in einem Crashkurs in Frankfurt. Am 21. Mai 1999 wurde er von Hubert Luthe zum Priester geweiht, arbeitete danach als Kaplan in Bochum und Hattingen, bevor das Bistum ihm vorschlug, nach Kierspe zu gehen. „Ich wusste nicht, wo Kierspe liegt“, gestand er. „Ich sah mir die Kirche an. Sie gefiel mir. Mittlerweile gefallen die Menschen mir hier auch“, schloss er, was ihm spontanen Beifall des Publikums einbrachte. Neben seiner Tätigkeit als Pastor in Kierspe und Meinerzhagen ist Pastor Gregor Myrda Ausländerbeauftragter im Bistum Essen für Menschen aus dem Osten. Er hört bei ihnen die Beichte ab, macht mit ihnen Wallfahrten und ist auch sonst für sie Ansprechpartner. Weiterhin gehört er zum Kreis der Mitarbeiter von Renovabis. 

  Die vierte Lebensgeschichte erzählte Sofia Wawerla. Locker interviewte Josef Goß die Chorleiterin aus Omsk, die inzwischen acht Chöre dirigiert. 1992 kam sie nach Deutschland und hatte schon ein Studium der Musik hinter sich. „Als ich nach Deutschland kam, konnte ich Deutsch lesen und schreiben. Das hatte ich zu Hause in der Schule gelernt“, berichtete sie. Das erste Jahr war sehr schwer für sie. Sie gab Musikunterricht in russisch sprechenden Familien und ging putzen. Das braucht sie jetzt nicht mehr. „Sofia Wawerla ist für unsere heimische Gegend ein Glücksfall“, schloss Josef Goß das Interview und machte die Bühne frei für den Lüdenscheider Chor Chorpacabana, der eindrucksvoll zeigte, dass Chorgesang locker und unterhaltend sein kann. - GeG 

 

 

 

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