Kräuterwallfahrt der Frauengemeinschaften aus Valbert, Meinerzhagen und Kierspe am 15. August 2014

Einmal im Jahr treffen sich Frauengemeinschaften aus Valbert, Meinerzhagen und Kierspe zu einer Pfarrwallfahrt. Während die erste Wallfahrt noch eine Wanderung durch die Natur war, wurden später daraus Wallfahrten mit Kräuterweihe. Begonnen hatte die Pfarrwallfahrt dieses Mal in der Margarethenkirche. Hermann Reyher hatte sich bereit erklärt, die Frauen durch die Kirche zu führen und ihnen über ihre Geschichte etwas zu erzählen. So konnte er ihnen berichten, dass die Margarethenkirche erstmalig am 17. Juni 1147 urkundlich erwähnt worden ist und eine Holzkirche war. 1330 wurde aus ihr eine dreischiffige Hallenkirche, 1819 eine barocke Saalkirche mit Turm und Zwiebelhaube. Während in Meinerzhagen die Jesus-Christus-Kirche von der Reformation an bis 1967 nur „Alte Kirche“ genannt wurde konnte die Margarethenkirche ihren Namen von Beginn an behalten. Interessiert hörten die Frauen Hermann Reyher bei seinen Erklärungen zu, auch über den Taufstein mit einer Taufschale, gestaltet von Waldemar Wien. Der Altar, der Seitenaltar mit den Wandteppichen aus dem ehemaligen Gemeindehaus Felderhof waren ebenfalls Thema dieser Führung.

  Nach der Besichtigung machten sie sich dann auf den Weg über die Thingslindestraße Richtung Gemeindehaus. Auf dem Friedhof hielten sie inne und gedachten der Märtyrerin Barbara. Im Gemeindehaus selbst war bereits der Tisch festlich gedeckt. Hier lag auf jedem Teller ein kleiner Kräuterzweig, der an die Kräuterweihe erinnern sollte. Pfarrer Peter Wilhelm Keinecke kam noch zu den Frauen hinzu, um mit ihnen ein letztes Mal zusammen zu sein und ihnen für die gemeinsame Zeit zu danken. Mit einem Gottesdienst fand die Pfarrwallfahrt ihren Abschluss, doch es war ein besonderer Gottesdienst. In Körben, Schüsseln und Töpfen hatten viele kleine Kräutersträuße ihren Platz gefunden. Sie warteten darauf, von Pastor Gregor Myrda am Ende des Gottesdienstes geweiht zu werden. 

   Alsdann trennten sich die Frauengemeinschaften des oberen Volmetales, jede einen geweihten Kräuterbusch in der Hand, welcher sie das kommende Jahr an diesen Tag erinnern wird. - GeG

Kräuterwallfahrt, was ist das?

In katholischen ländlichen Regionen hat sich zu diesem Fest, es gilt als Frauentag, ein reiches Brauchtum bis heute erhalten. Schon seit dem neunten Jahrhundert wird die Sitte der Kräuterweihe in der katholischen Kirche gepflegt. Je nach Region bestehen die Kräuterbuschen aus insgesamt sieben verschiedenen Kräutern, die Zahl der Wochen- oder Schöpfungstage, oder aus neun Kräuter, für dreimal drei für die heilige Dreifaltigkeit, zwölf, für die Zahl der Apostel, 14 für die Zahl der Nothelfer oder 24, zweimal 12 für die 12 Stämme Israels aus dem alten und dem neuen Testament. Die Kräuter werden zu einem Strauß gebunden und mit zur Kirche gebracht. Dort werden sie im Gottesdienst vom Priester gesegnet. In manchen Orten Bayerns und Tirols beginnt damit auch die Zeit des Frauendreißigers. 

Das ist die Zeit zwischen den Festen Mariä Himmelfahrt am 15. August und Mariä Namen am 12. September. Sein Ursprung liegt vor allem auch in der konkreten Erfahrung, nach der diese Spanne als besonders günstige Zeit für das Sammeln von Kräutern gilt, denen dann ihre größte Heilkraft zugeschrieben wird. Der Brauch wurde später in das Christentum übernommen. 

  Typische Kräuter neben Alant sind  Echtes Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Königskerze, Kamille, Thymian, Baldrian, Eisenkraut und verschiedene Getreidesorten. In manchen Regionen wurden in die Kräuterbuschen so viele Alantblüten eingebunden, wie Menschen, Kühe und Pferde auf dem Hof lebten. Der Tee aus diesen geweihten Kräutern sollte besonders heilsam sein. Krankem Vieh wurden geweihte Kräuter ins Futter gemischt oder man warf zum Schutz vor Blitzschlag beim Gewitter Kräuter aus dem Buschen ins offene Feuer.

Es ist immer noch mit sehr viel Magie verbunden, einen solchen Kräuterbusch zusammenzustellen. Die geweihten Kräuter sollen gegen alle möglichen Verzauberungen und Krankheiten, aber auch für Eheglück, Kindersegen und vieles mehr helfen. Nach der Segnung werden die Kräuterbusche mit nach unten hängenden Blüten zum Trocknen aufgehängt, in alten Bauernstuben in den Hergottswinkel. Ist der Kräuterbusch schön trocken, zupft man einige Kräuter ab, zerreibt sie und vermischt sie mit Weihrauch und räuchert alles zusammen. 

  Die Kräutersammlung zum Himmelfahrtstag hat natürlich einen tiefen theologischen Sinn, wenngleich im Volksbrauchtum bisweilen auch magische Vorstellungen hereinspielen. 

Maria ist der ganz heile Mensch, die Frau, die ohne Erbsünde empfangen. Deshalb konnte sie Gott in sich aufnehmen und Christus zur Welt bringen. Weil sie auf Erden Gott in sich aufnahm, so nahm Gott seinerseits Maria an ihrem Lebensende in den Himmel auf. 

Die Heilkräuter verweisen auf dieses ganzheitliche, nämlich typisch katholisch leibliche wie auch geistliche Heilsein im Glauben, das in der Einheit des Menschen mit Gott in Erfüllung geht. Wie Maria zur Vollendung gelangt ist, hoffen die Christen, dass auch für sie der Tod nicht das Ende, sondern der Beginn der Vollendung wird. Deshalb also die Kräutersammlung und Weihe gerade an diesem Festtag. Schließlich sind leibliches und geistliches Heilsein nie voneinander zu trennen. In Maria ist den Menschen ein Kraut geschenkt gegen den Tod, von dem man normalerweise meint, gegen ihn sei kein Kraut gewachsen.

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